Pressemitteilung fordert Aufklärung der Staatsregierung: Schulprogramm ASV entpuppt sich als IT-Millionengrab

Matthias Fischbach

Die digitale Bildungsinfrastruktur an Bayerns Schulen bleibt eine Dauerbaustelle. Nach den Server-Problemen mit der Bildungsplattform Mebis erwies sich heute im Bildungsausschuss die Softwareeinführung zur „Amtlichen Schulverwaltung“ als Millionengrab. Dazu der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Matthias Fischbach:

„Die bayerische Staatsregierung offenbart gravierende Management-Mängel bei der Umsetzung eines IT-Schulprojektes. Die Einführung der Software ‚Amtliche Schulverwaltung‘ ist völlig aus dem Ruder gelaufen, wie die Staatsregierung heute im Bildungsausschuss einräumen musste.

Sowohl die Kosten als auch die Projektdauer haben sich versechsfacht. Statt der maximal veranschlagten 4,5 Millionen Euro zu Projektbeginn 2007 sind Stand heute Gesamtkosten von mehr als 28 Millionen Euro angefallen. Statt der ursprünglich geplanten Umsetzung bis zum September 2009 erfolgt diese nach dem nun berichteten Planungsstand erst zum Schuljahr 2021/2022.

Da die erste Lieferung der Software-Firma von der Staatsregierung abgenommen worden ist, wird das Projekt zum IT-Millionengrab und kommt die bayerischen Steuerzahler teuer zu stehen: Nach einer Kostenteilung mit Baden-Württemberg muss der Freistaat für Gesamtkosten von 18,35 Millionen Euro aufkommen. Die Digitalisierung unserer Schulen wirft das Missmanagement um Jahre zurück. Die Staatsregierung muss hier gegenüber dem Landtag für weitere Aufklärung sorgen.“