Nach Debatte um Modellversuch an Erlanger Wirtschaftsschule: Fischbach fordert Klarheit von Kultusministerium

Matthias Fischbach

Erlangen, 18 Oktober 2021. Nachdem sich der Erlanger Stadtrat im Juli mit dem Wunsch der Wirtschaftsschule am Röthelheimpark befasste, einen Modellversuch zum Thema „Wirtschaftsschule ab der 5. Jahrgangsstufe“ zu starten, hat sich nun auch der Erlanger Landtagsabgeordnete Matthias Fischbach (FDP) an die Staatsregierung gewandt, um das Anliegen zu unterstützen. In einer Anfrage zur Plenarsitzung am Dienstag bezieht sich Fischbach auf die Debatte im Bildungsausschuss des Stadtrats. Dort gab die Stadtverwaltung Aussagen des Kultusministeriums wieder, wonach in den kommenden Jahren eine Profil- und Lehrplanüberarbeitung stattfinde, in deren Zuge die Einführung eines neuen Schulversuchs möglich sei. Fischbach ist das zu vage, er will nun wissen, wie die konkreten Schritte zur Umsetzung eines entsprechenden Schulversuchs aussehen und ob dieser schon zum nächsten Schuljahr umsetzbar sei. Außerdem sorgt sich der Erlanger Abgeordnete, der auch bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion ist, generell um die Zukunft der Wirtschaftsschulen:
„Diese Schulart ist einzigartig, weil sie schon früh wirtschaftliche Kenntnisse vermittelt und mit dem Übungsunternehmen zu einer anwendungsorientierten und praxisnahen beruflichen Grundbildung beiträgt. Leider ist die Wirtschaftsschule aber landesweit vom Aussterben bedroht. Während sie 2008 noch über 25.000 Schüler besuchten, sind die Zahlen seitdem um fast 10.000 gefallen. In Erlangen fällt der Rückgang zwar nicht ganz so drastisch aus, was auch ein Beleg für die gute Arbeit der Schule ist. Aber dennoch wäre der Schulversuch ein ganz wichtiges Element, um die Zukunft der Wirtschaftsschulen zu sichern. Der Beginn ab der 5. Klasse wäre ein richtiger Quantensprung. Denn damit bestünde die Chance, auch schon direkt von der Grundschule den Übertritt an die Wirtschaftsschule zu vollziehen. Bisher kann man zwar immerhin schon ab der 6. Klasse an die Wirtschaftsschule. Nur wer will denn schon zweimal in zwei Jahren die Schule wechseln?“

Prof. Holger Schulze, der an der Debatte im Bildungsausschuss des Stadtrats teilgenommen hat, ergänzt: „Die breite Zustimmung im Erlanger Stadtrat war ein wichtiges Signal. Die Entscheidung liegt aber auf der Landesebene. Ich hoffe sehr, dass nun Bewegung in die Sache kommt und an der Erlanger Wirtschaftsschule baldmöglichst der gewünschte Schulversuch eingerichtet werden kann!“